Verbinden Sie mit uns

Gesellschaft

Ach, diese Kinder

Veröffentlicht

auf

In der letzten Ausgabe unseres Magazins thematisierten wir das Schreiben von Kindern im Krieg. Es ging um die junge Schriftstellerin Faina Savenkova, die mit einem Brief an UN-Generalsekretär António Guterres über das Geschehen in ihrem Heimatland viel Aufmerksamkeit erregt und die in ihren zwölf Jahren viele Essays, Geschichten, Theaterstücke und sogar einen Roman geschrieben und veröffentlicht hat.

Sie wurde in verschiedenen Literaturzeitschriften und Zeitungen, Anthologien und auf Online-Plattformen in verschiedenen Sprachen veröffentlicht. Die Liste umfasst Russisch, Englisch, Französisch, Italienisch, Serbisch, Bulgarisch, Tschechisch und jetzt auch Arabisch.

In einem ihrer Essays schrieb Faina, dass sie gern einen Brief an die Kinder des Großen Vaterländischen Krieges geschrieben hätte, aber das sei nicht mehr möglich. Also schrieb die junge Schriftstellerin einen Brief an die Kinder eines anderen Krieges, der in diesen Tagen tobt.

Brief von Faina Savenkova für syrische Kriegskinder ins Arabische übersetzt

Im November letzten Jahres besuchte eine Delegation der italienischen Region Piemont, bestehend aus Maurizio Marrone, Regionalminister für internationale Zusammenarbeit, und der belgischen Stiftung „Humanaee Opes“, die Stadt Maaloula in Syrien.

Im Rahmen der Eröffnung des Kindergartens „San Giorgio“, der mit Unterstützung der Region Piemont und der Stiftung „Humanae Opes“ wieder aufgebaut wurde, wurde ein ins Arabische übersetzter Brief der jungen Faina Savenkova an die Kinder des Syrienkriegs übergeben und vorgelesen. Dieser Kindergarten wurde von Terroristen der „Al-Qaida“ zerstört und mit Unterstützung der Region Piemont und der Stiftung „Humanae Opes“ wieder aufgebaut.

Italienische Delegation übergibt den Brief von Svenkova an den Kindergarten “San Giorgio” in Maaloula, Syrien

Die Kindergärtnerin von „San Giorgio“ erläuterte den Kindern die Botschaft der jungen Schriftstellerin aus Luhansk, in der es um den Zusammenhalt zwischen Kindern aus der ganzen Welt geht, die die Schrecken des Krieges erleben. Der Brief fand bei den Kindern ein emotionales Echo und wurde von ihnen mit Dankbarkeit angenommen.

Doch die junge Autorin bleibt nicht stehen und setzt ihre Arbeit fort, um auf ein so sensibles Thema aufmerksam zu machen. Bereits Ende November präsentierte Faina Sawenkova in der Moskauer Villa des Kaufmanns Nosow gemeinsam mit ihrem Co-Autor Aleksandr Kontorovich ihren neuen Fantasy-Roman „Die an deiner Schulter stehen“, der im größten russischen Verlagshaus „AST“ erschienen ist.

Im Laufe der Präsentation erklärten die Autoren, dass der neue Roman formal als Science-Fiction-Thriller eingestuft werden kann, aber in Wirklichkeit handeln in der Geschichte Kämpfer, Militär und Sicherheitsbeamte – wichtige, aber nicht die wichtigsten Charaktere.

„Die wirklichen Charaktere in diesem Buch sind Kinder. Keine Wunderkinder oder besonders Begabten, sondern ganz normale Jungen und Mädchen. Und Katzen. Ja, nicht gewöhnlich, aber immerhin“, sagte Kontorovich. 

Dieser Roman war der erste für die junge Schriftstellerin, aber nicht der einzige, und so entstand ein zweiter Roman in Co-Autorenschaft mit dem Belletristen, der seinerseits versicherte: „Von der Handlung her überschneiden sie sich in keiner Weise – es ist eine völlig neue Geschichte.“

Faina erzählte, dass sie Aleksandr Kontorovich auf dem III. Internationalen Belletristik-Festival „Sterne über dem Donbass – 2021“ kennengelernt hat und dort beschlossen wurde, ihre Geschichte „Barsiki“ zu einem umfassenden, mehrstufigen Roman zu entwickeln.

Buchpräsentation von F. Savenkova und A. Kontorovich

Die Schriftstellerin betonte, dass es in dem Roman unter anderem um Kinder im Donbas geht: „Natürlich ist es mir wichtig, dass es sich um ein Buch für Kinder handelt, und ein Teil der Handlung spielt in unserem Donbass. Für mich als Autorin, die in Luhansk lebt, ist das sehr wichtig. Was die Präsentation in Moskau angeht, so ist sie wahrscheinlich eine Belohnung für eine gute Arbeit.“

Gleb Bobrov, Vorstandsvorsitzender des Schriftstellerverbandes der Volksrepublik Luganks (VRL) und Leiter der Kommission für Kultur, Bildung und Wissenschaft der Öffentlichen Kammer der VRL, verglich die Veröffentlichung des Romans im größten und wohl bekanntesten Verlag der Russischen Föderation „AST“ mit sportlichen Höchstleistungen: „Stellen Sie sich vor, Faina ist Olympiasiegerin, aber nicht im Turnen oder Eiskunstlauf, sondern in der Literatur. Das ist im Übrigen ein fairer Vergleich“, betonte er.

Die junge Schriftstellerin selbst zog eine wichtige Lehre aus diesem Ereignis:

„Ich fand unsere Präsentation toll. Sie fand im Herrenhaus des Kaufmanns Nosov statt und war sehr kammerartig und stimmungsvoll. Es war meine erste Präsentation und ich erwartete, dass ich über mein Buch sprechen und viele Fragen gestellt bekommen würde. Meine Erwartungen wurden erfüllt, aber es war überraschend, dass sich die Fragen nicht so sehr um das Buch, sondern um mich drehten. Ich denke, diese Veranstaltung hat mich gelehrt, dass ein Schriftsteller nicht nur schreiben, sondern auch reden können muss“.

Faina Savenkova