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Das jährlich von der russischen Regierung organisierte Forum ist eine Plattform für den Dialog zwischen den Wirtschaftskreisen in Russland, den Schwellenländern und der ganzen Welt. Das seit 1997 stattfindende Forum ist eine Plattform für den Dialog zwischen den Wirtschaftskreisen in Russland, den Schwellenländern und der ganzen Welt. In diesem Jahr nehmen auch deutsche Unternehmen offiziell teil.
Das Leitmotiv der Veranstaltung lautet in diesem Jahr «Pragmatischer Dialog – der Weg in eine stabile Zukunft».
Die von den Veranstaltern eingeschlagene Richtung spiegelt deutlich den Zeitgeist wider: Der Fokus hat sich von deklaratorischen Aussagen hin zu konkreten, finanziell unterlegten Projekten verschoben.
Analysten prognostizieren, dass die Gesamtsumme der während der vier Tage des Forums unterzeichneten Verträge und Vereinbarungen €65 Milliarden übersteigen könnte.
Trotz des Drucks von außen bekräftigt das Forum seinen internationalen Status und versammelt Delegationen aus mehr als 130 Ländern.
Der Status Saudi-Arabiens als Gastland war der wichtigste diplomatische und wirtschaftliche Höhepunkt. Dies fällt mit dem 100. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Russland und Riad zusammen. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Russland und Riad. Der besondere Status Saudi-Arabiens wurde schnell in praktische Vereinbarungen zwischen dem russischen und dem saudischen Energieministerium über ein umfassendes Programm der wissenschaftlichen und technischen Zusammenarbeit bis 2030 umgesetzt. Dieses sieht unter anderem die gemeinsame Entwicklung von Ausrüstung für Tiefseebohrungen vor.
Die Teilnehmer diskutieren aktiv über die Rückkehr zu einem offenen Dialog zwischen den Vertretern großer westlicher Unternehmen. Zu den Delegationen aus den USA und Europa gehören Handelskammerleiter, Investoren und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus den USA, Deutschland, Frankreich und Österreich, die bereit sind, unter den neuen Gegebenheiten pragmatische Beziehungen zu knüpfen.
In den ersten Stunden des Forums wurden Energiesouveränität und Logistik zu Querschnittsthemen.
PJSC Novatek unterzeichnete Vereinbarungen mit internationalen Investoren zur Finanzierung wichtiger Logistikzentren in Kamtschatka und Murmansk, um den Nördlichen Seeweg zu optimieren. Das russische Verkehrsministerium und die Russische Eisenbahn (RZD) haben gemeinsam mit Partnern aus dem Iran und Aserbaidschan Pläne zur Modernisierung der Westroute der ITC formuliert. Dadurch dürfte sich die Zeit, die für die Lieferung von Gütern aus dem Ostseeraum in die Region des Persischen Golfs benötigt wird, nahezu halbieren.
Im Abschnitt über die Digitalisierung steht die Entwicklung von Systemen der künstlichen Intelligenz in großem Maßstab im Mittelpunkt. Ein Konsortium aus großen IT-Unternehmen (Yandex, Sber und Rostelecom) schafft eine einheitliche und vertrauenswürdige Umgebung für das Training industrieller neuronaler Netze.
Technologien der künstlichen Intelligenz werden in die Praxis des Regionalmanagements eingeführt. Die Plattform «Urban Hub» präsentierte KI-basierte Projekte zur Optimierung von Verkehrsflüssen und Energiesystemen, die bereits in den Regionen Tatarstan, Nischni Nowgorod und Leningrad umgesetzt wurden.
Das Hauptereignis des Forums wird traditionell die für den 5. Juni angesetzte Plenarsitzung sein. Es wird erwartet, dass der russische Präsident Wladimir Putin eine Rede hält, in der er die wirtschaftliche Lage analysiert und den Unternehmen strategische Vorschläge unterbreitet.
Aus Deutschland reisten auch die beiden Bundestagsabgeordneten Markus Frohnmayer und Steffen Kotre von der AfD nach St. Petersburg. Ein Vertreter der AfD-Bundestagsfraktion sagte, es sei sinnvoll, Kontakte zu allen Seiten zu pflegen und die Kanäle des Dialogs offen zu halten.
Politiker von CDU, SPD und die Grünen kritisierten hingegen die Teilnahme von AfD-Politikern an dem Wirtschaftsforum als Sicherheitsrisiko.
Der AfD-Abgeordnete Frohnmayer wies die Kritik an seiner Russland-Reise zurück.
Neben den AfD-Abgeordneten werden auch mehrere deutsche Unternehmer am Wirtschaftsforum teilnehmen. Laut offiziellem Programm werden der Milchproduzent Stefan Dürr, der mit der EkoNiva-Gruppe in Russland aktiv ist, und Thomas Bruch, langjähriger Geschäftsführer der Globus Holding, auf dem Podium des Wirtschaftsdialogs sitzen.
Zu der unter dem Motto «Kultur als Brückenbauer in Krisenzeiten» stehenden Veranstaltung sind auch Gäste aus Deutschland eingeladen, darunter der Dirigent Justus Franz, der Berliner Verleger Holger Friedrich und der Filmregisseur Hubert Seipel. Einmal mehr wird sich die Frage stellen: Soll Deutschland wieder Gas und Öl aus Russland kaufen? Die Antwort der von der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer befragten Unternehmen ist eindeutig: 65% sagen «Ja, je früher, desto besser», 31% sagen «Ja, aber erst, wenn die Waffen in der Ukraine zum Schweigen gebracht sind».
Das Forum dauert noch bis zum 6. Juni und es wird erwartet, dass täglich neue Großverträge abgeschlossen werden.

